Mariannes Geschichte

Foto von Marianne in einem Tanzstudio. Marianne ist 36 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern in den Niederlanden.
Marianne | Leben mit MS

Das Leben besteht aus so viel mehr als nur krank zu sein.

Marianne | Leben mit MS

Marianne ist 36 Jahre alt und lebt in den Niederlanden mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern. Sie ist eine leidenschaftliche Sportlerin und hat im Eiskunstlauf auf sehr hohem Niveau wettbewerbsmäßig teilgenommen. Sie liebt es zu tanzen, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und köstliche, kunstvoll verzierte Kuchen mit Fondant zu backen. Außerdem genießt sie es, mit ihrer Familie in den Urlaub zu fahren – manchmal für ein Wochenende auf einen Campingplatz, manchmal weiter weg, zum Beispiel an den Gardasee in Italien. 

Mariannes Diagnose

Ihre MS-Geschichte begann, als sie ihr jüngstes Kind stillte. Sie bemerkte Kribbeln in den Gliedmaßen sowie eine Verschlechterung ihres Sehvermögens und zunehmende Müdigkeit. Marianne nahm an, dass diese Symptome Begleiterscheinungen der kürzlich erlebten Schwangerschaft und des Stillprozess waren. 

 
Erst als sich ihr Zustand verschlechterte, wandte sie sich an ihren Arzt. Die erste MRT-Untersuchung ergab keine Ergebnisse. Daher wurden ihre Symptome behandelt, ohne dass die Ursache bekannt war. Als ein Krankenhaus in einer anderen Stadt eine MRT mit Kontrastmittel durchführte, entdeckten die Ärzte die typischen Läsionen, die auf MS hinweisen. Eine Lumbalpunktion bestätigte den Verdacht, und Marianne erhielt die Diagnose schubförmig verlaufende Multiple Sklerose. 

Foto von Marianne in einem Tanzstudio. Marianne ist 36 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern in den Niederlanden.
Marianne | Leben mit MS

Mariannes Blasenprobleme

Als Marianne erste Probleme mit ihrer Blase bemerkte, brachte sie diese sofort mit ihrer MS-Diagnose in Verbindung. Sie hatte sich bereits intensiv über die verschiedenen Symptome von MS informiert und wusste daher, dass Blasenprobleme auftreten können. Zunächst versuchte sie, die Symptome selbst zu bewältigen, doch die Unvorhersehbarkeit ihrer Blase führte dazu, dass sie sich immer mehr aus der Außenwelt zurückzog. Als es so schlimm wurde, dass sie das Haus nicht mehr verlassen konnte, wusste sie, dass es Zeit war, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

"Als ich zum ersten Mal hörte, dass ich katheterisieren musste, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Ich habe Freunde, die katheterisieren, also war es nicht völlig neu für mich. Obwohl ich keine Ahnung hatte, wie es genau funktioniert, war ich einfach froh, dass es eine Lösung gab.“ 

Mariannes Einführung in die Selbstkatheterisierung

Zunächst versuchten die Ärzte, ihre Blasenprobleme mit Medikamenten zu behandeln. Doch die Situation verbesserte sich nicht. Nach einiger Zeit wurde ihr die intermittierende Selbstkatheterisierung (ISK) als Lösung vorgeschlagen. Marianne hatte Freunde, die katheterisierten, doch sie wusste nicht, wie das funktioniert oder was genau auf sie zukommen würde. Sie war einfach froh, dass es eine Möglichkeit gab – etwas, das ihr helfen konnte, die Kontrolle über ihre Blase zurückzugewinnen.

 "Als ich zum ersten Mal hörte, dass ich katheterisieren musste, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Ich habe Freunde, die katheterisieren, also war es nicht völlig neu für mich. Obwohl ich keine Ahnung hatte, wie es genau funktioniert, war ich einfach froh, dass es eine Lösung gab.“ 

Es dauerte ein paar Tage, bis Marianne den ISK beherrschte. Dann wurde es schnell zu einem normalen Teil ihres Alltags. Sobald sie sich an den ISK gewöhnt hatte, schätzte sie die Freiheit, die sie ihr gab. Wie Marianne sagt: „Der größte Vorteil der Katheterisierung ist, dass ich selbst entscheide, wann es passiert.“

"Die Katheterisierung gab mir meine Freiheit zurück. Ich konnte hingehen, wohin ich wollte, und war nicht mehr von meiner Blase abhängig.“

Mariannes Unterstützungsnetzwerk

Während dieser ganzen Zeit waren Mariannes Freunde eine große Unterstützung. Sie erkundigen sich bei ihr, fragen, ob sie einen Ausflug machen möchte oder ob sie etwas braucht. Sie schätzt sich glücklich, solche Freunde zu haben.

Foto von Marianne beim Essen mit Freunden. Marianne hat ein gutes Unterstützungsnetzwerk aus Freunden, die ihr helfen.
Marianne | Leben mit MS

Jetzt hat Marianne auch das Rollstuhl-Tanzen für sich entdeckt. Zusammen mit ihrem Tanzpartner führt sie Tänze wie Rumba, Paso Doble und Cha-Cha-Cha auf. Sie nehmen an Rollstuhltanz-Wettbewerben in ganz Europa teil, unter anderem in den Niederlanden, Deutschland und Belgien. 

"Wenn man tanzt, schön geschminkt ist, die Haare sitzen und ein hübsches Kleid trägt, fühlt man sich stolz. Man hat etwas für sich gefunden und macht etwas, obwohl man im Alltag mit Einschränkungen lebt. Und meine Kinder finden es großartig – sie lieben es, ihre Mama in einem schönen Kleid zu sehen.“

Foto von Marianne in ihrem Tanzstudio. Marianne hat das Rollstuhl-Tanzen für sich entdeckt und tanzt zusammen mit ihrem Tanzpartner Rumba, Paso Doble und Cha-Cha-Cha.
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